Wiedergründung der DJK - DJK Balzfeld e.V.

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Wiedergründung der DJK

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1954 - Wiedergründung der DJK Balzfeld

Selbstverständlich war mit der Auflösung des VfB Balzfeld die Freude am Sport und Spiel nicht erloschen. Außerdem gab es in Balzfeld seit 1950 wieder einen katholischen Jungmännerverein, dessen Mitglieder neben der religiösen und kulturellen Weiterbildung auch den Sport pflegten, insbesondere Leichtathletik, Tischtennis und Fußball.
Gerade das Tischtennis war es welches damals mit Begeisterung gespielt wurde.
Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft wie Emil Keller, Vinzenz Ronellenfisch, Pius Ronellenfitsch und Bernhard Waldmann um nur einige zu nennen, brachten zusätzliche Begeisterung und Können für diesen Sport mit.

War dies auch nur wenig, so sollte aus diesen Anfängen später dennoch wieder ein richtiger Sportverein hervorgehen.
Eine Tischtennisplatte, in der Schreinerei Reißfelder aus Sperrholz hergestellt, stand kurzeitig im Gasthaus Adler zur Verfügung. Mit Erlaubnis von Alois Knopf konnte die Platte dann jedoch im Wachthäuschen untergebracht werden. Tatkräftige Unterstützung erhielten die jungen Tischtennisspieler wie Albert und Hugo Ronellentisch, Robert und Alfons Knopf, Hans Ruis und andere von Pater Valentin aus Bad Wimpfen und nicht zuletzt von dem inzwischen in Balzfeld tätigen Pfarrer Englert. Er war es auch, der zusammen mit Baumaterial für das Jugendheim, Tischtennisplatten von den amerikanischen Besatzungsmächten aus Mannheim nach Balzfeld bringen ließ.
Überhaupt war es der Bau des Jugendheims im Jahre 1953, mit dem das sportliche Interesse stärker anwuchs, zumal die jungen Menschen nun ein Heim hatten. So hielt man im Januar 1954 schon eine Versammlung ab, mit dem Ziel, die Sportfreunde in einem Verein zu sammeln.
Gelang dies nicht auf Anhieb, so konnte man doch in der am 07.07.1954 ins Jugendheim einberufenen Versammlung den Beschluss zur Wiedergründung der früheren DJK Balzfeld fassen. Motor für die Vereinsgründung war der unermüdliche Albert Ronellenfitsch, der in diesen Anfängen auch die Arbeit des Vorstandes und Schriftführers übernahm. Tischtenniswart wurde Reinhard Reißfelder, Kassenwart Hugo Ronellenfitsch und Beitragskassier Robert Knopf. Durch eifriges Training gelang es dann noch an der Tischtennis-Verbandsrunde 1954/55 teilzunehmen.
Trotz der damals harten Zeit bildete der junge Verein und die Tischtennismannschaft einen starken Zusammenhalt. Kein Spiel musste abgesagt werden. Zu Auswärtsspielen, die alle im Raum um Heidelberg stattfanden, fuhr man mit dem einzigen größeren Fahrzeug am Ort, dem VW-Bus von Alois Ronellenfitsch. Und wenn die Not groß war, dann musste auch schon mal der Seitenwagen von Albert Ronellenfitsch als Transporter für mehrere Personen herhalten.
Auch Fußball wurde inzwischen gespielt. Der "Balzfelder Sportplatz" befand sich in dieser Zeit noch zwischen dem heutigen Clubhaus der SG Horrenberg und dem Ortschaftshaus. Die ersten Freundschaftsspiele wurden mit der TSG Hoffenheim ausgetragen und so mancher Spieler musste sich zu diesen Spielen regelrecht von zu Hause wegstehlen. Obligatorisch wurde der Weg nach Hoffenheim und wieder zurück mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt 33 Mitglieder.
Am 12.04.1956 entschloss man sich in einer Versammlung im Gruppenzimmer des Jugendheimes die DJK Balzfeld offiziell um eine Fußballmannschaft zu erweitern.
Die neue Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:
Vorstand Fritz Ronellenfitsch 2. Vorstand Georg Rössler, Rechner Hugo Ronellenfitsch, Schriftführer Albert Ronellenfitsch.
Mit nunmehr 45 Mitgliedern konnte man zwei Mannschaften an den Gruppenspielen teilnehmen lassen.
Die erste Teilnahme an der Verbandsrunde der Staffel II in der B-Klasse fand in der Spielzeit 1956/57 statt. Als Neuling belegte die DJK Balzfeld mit 32:104 Toren und 11:37 Punkten den 13. und damit letzten Tabellenplatz.
Da nur die wenigsten Spieler und auch Schlachtenbummler in diesen frühen Jahren motorisiert waren, wurden die Auswärtsspiele mit einem Bus der damaligen Nebenbahn angefahren. Für einen Unkostenbeitrag von 1,00 DM reiste so auch eine sportbegeisterte Zuschauerschar zur Unterstützung mit. Die damals teilweise hohen Niederlagen drückten die gute Stimmung bei der Heimfahrt nur unwesentlich. Mit stimmungsvollen Liedern wurde eine bessere Zeit herbeigesungen.
In der Generalversammlung im Januar 1957 wurde Friedolin Reißfelder zum 1. Vorstand gewählt, Hermann Reißfelder zu dessen Vertreter, Albert Ronellenfitsch zum Schriftführer, Hugo Ronellenfitsch zum Rechner, Franz Fuchs zum Beitragskassier und Bernhard Waldmann zum Spielwart. Tischtennisabteilungsleiter blieb Reinhard Reißfelder.
Nach den Anfangserfolgen der letzten Jahre legte sich die DJK Balzfeld mit tatkräftiger Unterstützung ihres geistlichen Beirats, Hochwürden Pfarrer Englert, nahe dem Dorf einen neuen Sportplatz zu, der 1958 mit einem Fußballturnier eingeweiht und 1960 mit einer Beleuchtung versehen wurde. Auch in religiöser Hinsicht war man in diesen Jahren nicht untätig. So waren die jährlichen Einkehrtage der DJK-Kreisgemeinschaft erfreulicherweise gut besucht.
Unter der guten Vereinsführung von Fridolin Reißfelder (1956 - 1961) konnte 1960 erstmals eine Schülermannschaft eingesetzt werden, während der Tischtennisabteilung der Aufstieg in die A-Klasse gelang.

Mit der Verlegung und Begradigung der Kreisstraße nach Horrenberg, aber auch mit der Auseinandersetzung mit den Horrenberger Sportlern, musste dringend eine bessere Platzsituation geschaffen werden. Mit Unterstützung von Herrn Pfarrer Englert und Herrn Dr. Buding gelang es Dorfnähe einen eigenen Sportplatz (gepachtete Wiesen) anzulegen. Wenn auch schon jetzt ein Raum fehlte, in dem sie die Spieler wenigstens waschen konnten, so verfügte die DJK Balzfeld jetzt unstrittig über IHREN Sportplatz. Eine zeitlang stelle der "Kronenwirt" eine Wanne voll Wasser in den Hof und später ins Gruppenzimmer im Jugendheim. Die Schiedsrichter durften sich im "Adler" umziehen. Dann richtete die DJK den früheren Schlachtraum der Metzgerei Franz Reißfelder (bei Familie Mauz) her. Immerhin hatte man jetzt einen Blechtrog mit Wasserhähnen. Der Raum war den Fußballern vorbehalten und konnte sogar abgeschlossen werden. Schon im Jahre 1959 wurde der Sportplatz mit einer Beleuchtung versehen. Der Schaltschrank für die Elektrik wurde in diesem Waschraum untergebracht. An den Spielen die im Rahmen eines Turniers zu diesen Anlass durchgeführt wurden, nahmen unter anderem auch Herr Pfarrer Engler und Herr Dr. Buding teil.
Dies sollte jedoch nur ein Schritt auf dem Weg zu einem eigenen Vereinsheim darstellen.
Um auch den menschlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, ließ der damalige Vorsitzende, Willi Fuchs, an einem Montag vor dem Fußballturnier im Jahre 1964 Baumaterial bestellen. Bereits am Dienstag waren die Fundamente gegossen, am Mittwoch und Donnerstag wurden die Wände hochgezogen. Noch ohne Eternitdach, aber provisorisch mit einer Plane eingedeckt, standen Umkleide und Toilette bereits am Wochenende zur Verfügung. Auf einem Ölofen konnte Wasser heiß gemacht und der Raum beheizt werden. Im Viehstall von Hermann Reißfelder konnte Wasser angeschlossen werden, so das in den Trögen aus dem alten Waschraum auch "fließend Wasser" vorhanden war.
Die Hütte, aber auch der Sportplatz konnte jedoch kein Dauerzustand bleiben. Jährliche musste der Platz mit Sand aufgefüllt werden, um die zahlreichen übers Jahr entstandenen Wasserlöcher zu schließen. Außerdem war das vorhandene Spielfeld zu klein und auch zu nah an den direkt angrenzenden Gärten.
Albert Ronellenfisch stellte deshalb im Jahre 1967 einen Antrag für einen neuen Sportplatz an die Gemeinde Horrenberg. Bürgermeister Hugo Epp hatte noch ein Jahr zuvor bei der Feier zur 10-jährigen Wiederaufnahme des Balzfelder Fußballsports im Jugendheim versprochen: "Die Sache muss so bald als möglich in Angriff genommen werden." In der Generalsversammlung am 06.Januar 1970 wurde dann eingehend über einen neuen Platz diskutiert und nahezu einstimmig Schleimwiesen entschieden.
Diese Entscheidung war damals sogar dem Tagblatt einen Artikel wert, das unter der Überschrift "Ein neuer Sportplatz - ein bescheidenes Klubhaus wert. Auch die Rhein-Neckarzeitung berichtete mit der Überschrift "DJK Balzfeld braucht Sportplatz" über diese denkwürdige Generalversammlung.
In der Folge versucht die Gemeinde vergebens die nassen Wiesen zwischen dem Tabakschuppen und der Autobahn anzufüllen und trocken zu legen, denn für einen neuen Sportplatz hatte die Gemeinde kein Geld. In der Folge geisterten den Verantwortlichen dann noch verschiedene Varianten durch den Kopf. Links vor der Autobahn Richtung Tairnbach hätte das ehemalige Gelände der "Autobahnstadt" zur Verfügung gestanden, welches nach der Beendigung des Autobahnbaus in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden musste. Da es sich hierbei aber um wertvolles Ackerland handelte wurde dieser Standort recht schnell verworfen. Eine weitere und interessante Alternative bot sich hinter der Autobahn mit dem heutigen Gelände des Hundeplatzes an. An dieser Stelle mussten einige Grundstücke nach dem Bau der Autobahn aufgeschüttet werden. Eine eigens hierfür einberufene Vorstandsitzung mit den Balzfelder Gemeinderäten lehnte dies Alternative jedoch ab, wie nicht sichergestellt war, dass Wasser Abwasser und Strom nachträglich durch die Autobahn verlegt werden dürfen.
Eie dritte Variante war, einen Hartplatz in Richtung Horrenberg, vor der Grundschule anzulegen, der bei Schlechtwetter auch der SG Horrenberg als Ausweichplatz dienen sollte.
Diese Lösung spuckte natürlich vielen, als Ideallösung durch die Köpfe, könnten man damit doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und ein Sportgelände und ein Klubhaus für zwei Vereine zu Verfügung stellen.
Diese Gedanken stießen natürlich auf Widerstand in Balzfeld wo man ein eigenständiges Vereinleben führen wollte. Mit diesem eisernen Willen wurden am 17.05.1972 Bürgermeister Erhard Greulich, Ortsvorsteher Hugo Epp und die Ortschaftsräte konfrontiert.
Damit stand letztlich nur noch ein vernünftiger Standort zur Verfügung: "Die Schleimwiesen".
Zunächst ließ die Gemeinde Dielheim im Jahre 1973 das Rasen-Spielfeld angelegt.
Rechtzeitig zur Platzeinweihung im Frühjahr 1975 konnte schließlich auch die Aschenbahn und der Trainingsplatz fertig gestellt werden.
Um den Rasenplatz regelmäßig bewässern zu können wurde eine Beregnungsanlage eingebaut, die über einen Brunnen aus dem angrenzenden Bächlein versorgt wird.

Mit der Herrichtung des Sportplatzes wurde gleich die nächste Aufgabe vorbereitet und die Baugrube für das Klubhaus ausgehoben. Architekt Buding hatte zunächst vorgesehen das Vereinsheim auf der Dorfseite zu errichten. Die Vorstandschaft war jedoch anderer Meinung und beharrte vehement auf dem heutigen Standort.
Damit stellte sich die Vereinsführung und mit ihr die "DJK-Gemeinde" ihrer größten Aufgabe.
Nachdem man sich für eine Planung entschieden hatte und die Kosten für das Gebäude ermittelt waren, galt es stolze 300.000 DM zu finanzieren.
Eine Reduzierungen des Bauvolumens wurde recht schnell ausgeschlossen, so dass sich die Vorstandschaft nunmehr um die Umsetzung zu kümmern hatte.
Vorsitzender Werner Blum ging deshalb mit einem Bettelbrief an die Öffentlichkeit und bat nicht nur um Geldspenden, sondern auch um die Mitarbeit bei der gewaltigen Aufgabe.
Bis am 25.10.1974 der "Rote Punkt" erteilt werden konnte, waren immerhin das Fundament gegossen und die Außenwände teilweise hochgezogen.
Etwas Verwirrung entstand im Frühjahr 1975. War das Klubhaus zunächst mit einem Flachdach geplant, so diskutierte man jetzt über ein Satteldach, ergäbe sich unter dem Dach doch weitere nutzbare Fläche. Architekt Buding plante hierauf um und als letztlich das Dachholz bestellt werden musste, entschied sich die Vorstandschaft schließlich für das Flachdach.
Das gesteckte Ziel konnte mit der Nutzung des Klubhauses konnte, wenn auch noch nicht komplett fertiggestellt, zur Sportplatzeinweihung im Juni 1975 dann auch erreicht werden.
Nach dem Sportfest war dann etwas die Luft rau, zumal der Motor des ganzen, Werner Blum, krankheitsbedingt ausfiel. Sein Stellvertreter Robert Reißfelder übernahm nun die Initiative koordiniert die Arbeit.

Am 18.Juni 1977 konnte das Klubhaus schließlich auch hochoffiziell seiner Bestimmung übergeben werden.
Zum Bau des Klubhauses noch einige Zahlen.
Kosten
ca. 350.000 DM davon
ca.   90.000 DM Zuschuss vom Regierungspräsidium
ca.   51.600 DM Zuschuss vom Rhein-Neckar-Kreis
ca.   30.000 DM Zuschuss vom erzbischöflichen Ordinariat
ca.   18.000 DM Zuschuss vom Badischen Sportbund
ca.     7.000 DM Geldspenden
Außerdem halfen Spenden der Adlerbräu und des MGV Konkordia Balzfeld das Unternehmen "Klubhaus" zu einem glücklichen Ende zu führen.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Arbeitseinsätze die von Mitgliedern und Freunden der DJK Balzfeld bei den Bauarbeiten erbracht wurden.
Mit über 6.500 Arbeitsstunden wurde hier einmaliges vollbracht. Dass dabei mit immerhin 1.540 Stunden der damalige Vorsitzende Werner Blum herausragte, spricht für sich und ist auch nach 27 Jahren noch erwähnenswert.

Nach nahezu 20 Jahren musste das Rasenfeld den schlechten Bodenbedingungen Tribut zollen und wurde von der Gemeinde Dielheim erneuert. Die DJK verlegte ihre Heimspiele während der Bau und Wachstumsphase des neuen Spielfeldes auf den zwischenzeitlich erstellten Ausweich-Rasenplatz bei der Schule in Horrenberg.

Mit voranschreitender Zeit wuchsen die Fußballer der ersten Stunde altersbedingt aus dem Seniorenkader, doch war die Liebe zu aktiven Fußball damit noch nicht erloschen. Am 21.01.1968 wurden deshalb 28 Aktive oder ehemalige Aktive die das 30. Lebensjahr erreicht hatten zu einer Zusammenkunft eingeladen. Diese Zusammenkunft war ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte, denn mit der Gründung der "Alt - Herren - Mannschaft erhielt der Verein weiteren Zuwachs. Unter dem Motte "Fairness und Sport vor Sieg" wurden ab dem 23.03.1968 eigenständige Trainingseinheiten absolviert und Freundschaftsspiele ausgetragen. Spielführer- und Betreuerfunktion in den Anfangszeiten übernahmen Reinhard Reißfelder und Hans Wormer.

Weiteren Zuwachs bekam die DJK mit Beginn des Jahres 1972 mit einer "Frauen-Gymnastik-Abteilung. Damit wurden die Frauen zahlreicher Aktiver noch mehr an den Verein gebunden und die DJK-Familie erheblich gestärkt.

Auch sportlich entwickelte sich die DJK Balzfeld im Laufe der Jahre zu einem viel beachteten Verein im Rhein-Neckar -Kreis.
Nach vielen Höhen und Tiefen ging der Weg ab 1990 stetig nach oben und hatte mit dem Aufstieg in die Kreisliga A- ihren ersten Höhepunkt. Der direkte Abstieg war dabei nur ein leichter Rückschlag, erreichte man mit der erneuten Meisterschaft in der B-Klasse doch ein Jahr später wieder die höhere Weihe. Auch in der neuen Klasse verschaffte sich die DJK Balzfeld recht bald einen Namen und verfehlte 3 mal nur knapp den Aufstieg in die Bezirksliga.
Dieses gelang schließlich in der Spielzeit 2002/2003. Als drittplatzierte gelang Balzfeld der Einzug in diese Spielklasse, womit die Träume zahlreicher Verantwortlicher und Fans in Erfüllung ging.
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